Stand 26.11.2023 17:00h 

Brandbrief: 

das Postareal Leonberg 

läuft völlig aus dem Ruder

wir erbitten Ihren (kurzen) Kommentar

„Der Traum vom ewigen Wachstum ist geplatzt.
Reduktion ist keine modische Attitüde, sondern Überlebensnotwendigkeit.
Ökologisches Umsteuern braucht Ideen und Kreativität“.
BDA, Das Haus der Erde, Mai 2019

sprechblase_kommentare

   


A) Kurzfassung 

Innenstadt Leonberg: Rodung zahlreicher Großbäume, Errichtung eines riesigen Komplexes 

mit hohen, eng stehenden Gebäuden. Kein Bezug mehr zur ursprünglichen Planung.


  1. Zweck dieser Website und Transparenz:
    Alle Grafiken im Kapitel „1_Planung“ stammen aus der Umwandlung des Strabag Lageplans von 2D in einen 3D Plan mithilfe der eingezichneten Gebäudehöhen. Alle Werte wurden 1:1 übernommen. Das Ergebnis zeigt einen so erschreckenden Unterschied zu den bisher von Strabag präsentierten Visualisierungen, dass wir uns entschlossen haben, diese Webseite zu erstellen, um die Stadtverwaltung und die Bevölkerung zu informieren und zu warnen.

  2. Alle Feststellungen sind belegbar.
    Alle Angaben sind direkt vom Bauamt, OB oder Stadträten erfragt und belegbar. So stammt z.B. die Information, dass viele Dutzend Bäume (darunter ca. 45 Großbäume) gefällt werden, von Herrn OB persönlich. Alle ergänzenden Informationen sind durch Links zu den Quellen belegt. Vermutungen sind ebenso gekennzeichnet wie Alternativvorschläge.

  3. Ablehnung auf breiter Basis
    Nach unseren bisherigen Erkenntnissen lehnt der weitaus größte Teil der Bevölkerung, der die tatsächliche Planung und nicht nur die offiziellen Beschönigungen kennt, dieses Projekt ab. Wir hoffen sehr, dass diese Informationen auch zu einem Umdenken in der Bauverwaltung führen. Bisher leider ohne Erfolg. Die einzige Reaktion bisher war am 16.11.2023 in einer Sitzung des PA. Der OB wörtlich: „Wo kommen wir denn hin, wenn jeder Bürger sein eigenes Video einreicht?“ Wir hoffen sehr, dass wir von der Leonberger Stadtspitze noch etwas ausführlichere Antworten auf die vielen brennenden Fragen bekommen.

  4. Erschreckend 
    ist auch, dass sich einige der Entscheidungsträger wohl nie ein richtiges persönliches Bild vor Ort gemacht haben. So ist z.B. das Wäldchen westlich des Postgebäudes etwas abseits gelegen und kaum bekannt.  „Meinst du die drei Bäume vor der Post?“ Wie kann man ohne fundierte und vor allem richtige Informationen so weitreichende Entscheidungen treffen?

  5. Abstimmung fraglich
    Die Stadt Leonberg plant die Neubebauung des Geländes der ehemaligen Hauptpost. Der Beschluss erfolgte (neben div. technischen Daten) auf der Grundlage von lediglich zwei stark geschönten Werbebildern des Investors aus dem Jahr 2018. Die aktuelle Planung weicht jedoch ganz erheblich davon ab, wurde aber nicht vorgelegt. Die Abstimmung erfolgte daher auch auf Basis falscher Informationen und ist möglicherweise rechtlich nicht haltbar.

  6. Keine Klima oder Umweltgutachten
    Während fast täglich in den Medien gefordert wird, die Luftqualität in den Innenstädten dringend und nachhaltig durch mehr Begrünung zu verbessern, geht man in Leonberg genau den umgekehrten Weg: Mitten in der Stadt sollen drei kleine Parkanlagen mit etwa 45 großen, teilweise weit über 50 Jahre alten Bäumen und unzähligen kleineren Bäumen beseitigt werden. Da an ihrer Stelle ein riesiger Komplex mit hohen und eng stehenden Gebäuden entstehen soll, ist mit einer deutlichen Verschlechterung der Luftqualität zu rechnen. Auch hier wurde kein Klima- oder Umweltgutachten vorgelegt, sondern die Öffentlichkeit mit beschönigenden Beschreibungen beruhigt. 

    Vergleich: versprochen <-> geliefert 

    vergleich_1
    : Links Werbebild von 2018 Rechts beschlossen
    beide Bilder sollten wenigstens etwa gleich sein.

     Siegerentwurf 2018 Vergleich zu aktuell

Video Für Eilige

alle Bilder dieser Videos auch unten, in je 3 Auflösungen

Kurzes Video

Kurzes Video

Index 04: Kurzfassung für Eilige,
mit Alternativen
Index 05: Kurzfassung
ohne Alternativen

Unsere Hauptkritikpunkte:

  1. Es ist ein absolutes No-Go, mitten in der Stadt so viele Großbäume rücksichtslos zu „entfernen“.
  2. Der Beschluss für das Bauvorhaben beruht auf unvollständigen bis falschen Informationen, wahrscheinlich auch die Erlernung der IBA Teilnahme  
  3. Beschönigung bis Falschdarstellung des Projekts in der öffentlichen Berichterstattung, mutmaßlich um Widerstand zu vermeiden. 
  4. Die Aufstellung eines Bebauungsplanes wird nur durch vielfache Verstöße gegen die Grundsätze des BauGB §1 möglich werden. Ein Normenkontrollverfahren wird zwangsläufig folgen. Von einer angeblich frühzeitigen Informierung der Öffentlichkeit nach § 3 BauGB ist nichts bekannt. 
  5. Nachbargrundstücke erhalten 4-6 Monate im Jahr kaum noch Sonne. Wertverlust in Millionenhöhe. Keine Solartechnik möglich.

Unsere dringenden Bitten an die Leonberger Stadtverwaltung:

  1. Informieren Sie bitte die Öffentlichkeit und den Gemeinderat ehrlich und ungeschönt betr. Baumrodungen, Visualisierungen und zu erwartende Auswirkungen auf das Mikroklima..   Informieren Sie bitte die Öffentlichkeit und den Gemeinderat ehrlich und ungeschönt betr. Baumrodungen, Visualisierungen und zu erwartende Auswirkungen auf das Mikroklima..
  2. Weitere Fragen und Bitten siehe untenstehenden Text

Völlig unverständlich, warum trotz derart intensiver Eingriffe in die Umwelt und zahlreicher Überschreitungen bestehender Gesetze, an diesem völlig aus dem Ruder gelaufenen Projekt immernoch so verbissen festgehalten wird. Wer ist es eigentlich, der davon so sehr profitiert? Assoziationen an das Buch unseres Herrn Oberbürgermeisters „Vetternwirtschaft“  drängen sich auf. Zumal inzwischen bekannt wurde, dass der Investor mit hohen Geldbeträgen (gebunden an Projekte) die Entscheidungsfindung „unterstützt“. Warum tut er das wohl? Wer zahlt das letztendlich? 


Wer immer diesen Text liest, möge bitte seine Meinung hier in den Kommentaren posten, oder direkt an den OB oder das Baudezernat Leonberg schreiben. (info@leonberg.de) Gerne auch Personen, die nicht in Leonberg leben, denn das, was hier passiert, ist ein derart erschütternder Skandal, der gerade in der heutigen Zeit seinesgleichen sucht, und auch außerhalb Leonbergs Wellen schlägt. Es reicht uns Leonbergern schon, dass wir von wildfremden Menschen angesprochen werden, was denn hier im Rathaus zurzeit los ist? (anderes Thema). Soll nun auch ein solcher Schildbürgerstreich noch dazu kommen, um Leonbergs Ruf in die Weite zu tragen?....   


sprechblase_kommentare


*) Quellen: Investor: STRABAG Real Estate GmbH; Städtebau/Architektur: h4a Gessert + Randecker Generalplaner GmbH; Landschaftsplanung: Glück Landschaftsarchitektur GmbH; Stadtgarten geplant: © Webseite Stadt Leonberg, Planungsbüro bhm. 
Auslöser des Dramas war vor Jahren, als wir erfuhren, dass von dem kleinen Fachwerkhaus nördlich des Postareals, ehemals 1. Bürgermeisters von Leonberg nach dem Krieg, später Elternhaus meiner Frau, eine fast halbjährige „Sonnenfinsternis“ zu beobachten sein wird. Nach Erweiterung hat das o.g. 3D CAD Modell gezeigt hatte, dass das Unheil noch weit größere Dimensionen annimmt. Es sind viele weitere Wohnungen und die Luft- und Aufenthaltsqualität eines ganzen Stadtviertels betroffen. Unser persönlicher Bezug trat in den Hintergrund, zumal es sehr lukrative Angebote von Großinvestoren gibt, die wir jedoch zurückwiesen und bestenfalls als Plan B sehen. Siehe unten „Dominoeffekt“..



B) Renderings und Videos



unverändert aus dem Strabag Lageplan aus der Webseite Stadt Leonberg *) erstellt. Alle Rechte beim Urheber der Pläne.

 Bilder: Serie 1_Planung

1_Planung

Strabag Planung nach bisher veröffentlichtem Stand


 Bilder: Serie 2_Gruene_Lunge

2_Gruene_Lunge

Frischluftquelle statt Betonburgen


 Bilder: Serie 3_Kompromiss

3_Kompromiss

Erhalt alle Bäume – trotzdem ca 50 Wohnungen


 Bilder: Serie 4_Stadtgarten

4_Stadtgarten

Als Teil des Gesamtkonzepts grüne Lunge


 Bilder: Serie 5_Heute

5_Heute

heutige Situation


 Bilder: Serie 6_Rathausplatz

6_Rathausplatz

Gebäude Rathausparkplatz als wahrer Blickfang.


 Bilder: Serie 7_Domino

7_Domino

Soweit darf es nie kommen



22.11.2023 10:40h

C) Postareal Planungstand


 

  1. Technisches (Vorwort)
    1. Alle Illustrationen und Animationen wurden auf privater Initiative und Basis für nicht kommerzielle Zwecke im letzten Jahr erstellt. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und können nicht mit professionellen Darstellungen verglichen werden (wäre Aufgabe des Investors). Zugrunde gelegt wurde der Lageplan der STRABAG Real Estate GmbH bzw. h4 Gessert + Randecker Generalplaner GmbH, Stand ca, 2020. (Quelle: Webseite der Stadt Leonberg). Der aktuelle Stand wurde seit Anfang 2023 mehrfach angefragt, bisher ergebnislos. Die Genauigkeit der XY Koordinaten entspricht der halben Strichstärke des PDF-Plans, maximal +/- 5 cm. Die Genauigkeit der Z-Koordinaten (Gebäudehöhen) ist exakt, da digital entnommen. Inzwischen gab es wohl marginale Änderungen. 
    2. Um, anders als mancher Großkonzern, absolut transparent und mit offenen Karten zu spielen, können die zugrunde liegende Quelldateien jederzeit bei mir angefordert werden, oder noch einfacher, hier direkt herunter geladen werden. Es wurde die freie Software „Blender“ verwendet. Jedermann kann sie aus dem Netz laden, und zusammen mit dem hier präsentierten Modell im Detail überprüfen, und selbst in beliebiger Anzahl Ansichten aus verschiedenen Blickwinkeln, Drohnennflughöhe usw. erstellen. Bei technischen Fragen bin ich gerne behilflich.  
    3. FrageWir erbitten den aktuellen Lageplan und Überprüfung unseres Modells. 
  2. Klima 
    1. Baumrodungen. Momentan befindet sich auf dem Gelände an der Eltinger Straße in Leonberg ein kleiner Kastanienpark, ein alleeähnlicher Fußgängerweg zwischen hohen alten Bäumen, und eine Wiese mit einem kleinen Wäldchen. Insgesamt etwa 45 große, teils > 50 Jahre alte und unzählige kleinere Bäume und Buschwerk. 
    2. Diese sollen, mit Ausnahme von zwei sog. Bestandsbäumen, komplett gerodet werden. Die geplanten Neupflanzungen halten wir für Augenwischerei (kompensieren kaum 2% der Rodungen, s.u.) Innerhalb des Geländes können die Bäumchen nur in Pflanztrögen stehen, außerhalb gibt es zu wenig Platz, da der Baukörper nach heutigem Wissensstand nahezu die gesamte verfügbare Fläche einnimmt. Sie werden selbst in 40 Jahren nur einen Bruchteil des heutigen Baumbestandes kompensieren, da ihnen auch nur ein Bruchteil der heutigen Fläche zur Verfügung steht.  Ausgleichsmaßnahmen an anderen Orten sind für die Luftqualität hier im Zentrum bedeutungslos. Siehe auch Abschnitt „Bestandsbäume“.baumschutz_heute_und_morgen
    3. WäldchenHoffnung erweckt die „Stiphtung Christoph Sonntag“ durch die symbolische Pflanzung eines Baumes vor einer Schule in nur 80 m Entfernung zur Eltinger Straße. Das Motto „Frischluft statt Feinstaub“ ist sehr zu begrüßen, verbunden mit dem wichtigen Hinweis, dass jeder ausgewachsene Baum Sauerstoff für 50 Menschen produziert. So wird auch dieser Baum in (leider erst) 30 oder 40 Jahren eine wertvolle Sauerstoffquelle sein. Rechts ein Bild, Quelle Stuttgarter Zeitung vom 17.11. 2023, daneben eines aus der Zukunft, auf dem Gelände des künftigen Postareals, das gerade für das Strabagprojekt gerodet wird.
    4. Fragegilt die Leonberger Baumschutzverordnung noch? Oder nur für Kleingärten? wenn ja, warum hier
    5. erhöhte Sterberate (Mortalität)
      Laut Robert-Koch-Institut sind im Sommer 2023 etwa 3.100 Menschen infolge von Hitze in Deutschland gestorben“. (Zitat RKI, Berichtsdatum: 28.09.2023, also etwa 20 pro Tag). Hinzu kommt ein Vielfaches an Krankheitsfällen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen), die nicht direkt zum Tode führen. Vermutlich wird sich das Mikroklima durch das Fehlen der zahlreichen großen Bäume, der Beeinträchtigung der Frischluftschneise und den neu hinzugekommenen tausenden Tonnen Beton, erhöhen „...weil der Beton die Viertel zu Glutöfen machen kann“ (Zitat LKZ 10.07.2023) Wäre es auch nur ein einziges Menschenleben mehr in Leonberg, so ist das eines zuviel. Wer wird hierfür die Verantwortung tragen? Das sollte nicht als Kollateralschaden abgetan werden.  
    6. Klima- und Umweltgutachten
      Es konnte uns bisher niemand aus Stadtverwaltung und Gemeinderat bestätigen, dass ein Klima- und Umweltgutachten zur Einsicht vorläge. Wenn es doch eines geben sollte, dann bestenfalls versteckt in Hunderten von Seiten in einer der zahlreichen Beschlussvorlagen. Wir erwarten, dass die voraussichtlichen Auswirkungen auf das Mikroklima, die Feinstaubbelastung und den CO2-Fußabdruck offengelegt wird, da dieses Thema alle Leonberger Bürger betrifft, nicht nur die direkt betroffenen Anrainer.  

      Frage
      •  Gibt es ein Umweltgutachten? Wenn ja, wo kann die Öffentlichkeit es einsehen?
      • Gibt es ein Klimagutachten? Wenn ja, wo kann die Öffentlichkeit es einsehen?
      • Wo kann die vom Baudezernat zitierte Verschattungsstudie eingesehen werden?
    7. künftige EU-Grenzwerte:
      Angenommen, es gäbe doch ein Umweltgutachten, das die Feinstaubbelastung nach Rodung aller Bäume gerade noch für unbedenklich erklärt (sehr unwahrscheinlich). Wie wird die Stadtverwaltung mit der momentan in EU-Diskussion befindlichen Halbierung der Grenzwerte ab 2030 umgehen?   (vergl. STZ 13. Sept. 2023, S.2)

      FrageKönnten auch diese Grenzwerte ab 2030 eingehalten werden?
  3. Juristisches
    1. § 34 (BauGB)
      Für das Gebiet liegt noch kein Bebauungsplan vor. Nahezu alle umliegenden Gebäude entstammen einer gewachsenen Struktur, meist nicht mehr als 2 bis 3 Stockwerke (bergseitig). Die Strabag Planung übersteigt die Gebäudehöhe jedoch erheblich, teils um das Doppelte. Hinzu kommt die exponierte Lage auf der kleinen Anhöhe. Liegt kein Bebauungsplan vor, muss sich nach § 34 ein Gebäude in die Umgebung einfügen. Hier wird das Gesetz anscheinend auf den Kopf gestellt: Der Investor präsentiert seine Pläne, die nach § 34 niemals genehmigungsfähig wären, und die Stadt Leonberg erstellt daraus anschließend einen Bebauungsplan, der auf die Investorpläne maßgeschneidert ist und das alles legalisieren möchte ! 
    2. Allerdings, so einfach scheint es dann doch nicht zu sein: Denn die Grundsätze der Bauleitplanung werden nicht durch einen Investor vorgegeben, sondern sind in §1 Baugesetzbuch (BauGB) vom Gesetzgeber festgelegt. 
    3. Wir haben uns die Grundsätze in §1 genauer angeschaut und diejenigen rot markiert, die aus unserer Sicht im Widerspruch zu der hier vorliegenden Planung stehen. Es wimmelt roten Markierungen! Vielleicht wird ein wohlwollendes Gericht die eine oder andere Abweichung noch innerhalb des Interpretationsspielraumes sehen. Doch die schiere Masse der zu erwartenden Abweichungen wird wohl jedes Gericht veranlassen, das Projekt in dieser Form zu kassieren.
    4. Auch zu §3 „Beteiligung der Öffentlichkeit“ sehen wir viele offene Fragen. „(1) Die Öffentlichkeit ist möglichst frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung, sich wesentlich unterscheidende Lösungen, die für die Neugestaltung oder Entwicklung eines Gebiets in Betracht kommen, und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung öffentlich zu unterrichten“ Zwar gab es eine Bürgerbeteiligung zum Thema „Stadt für morgen“, doch das Thema Postareal wurde nach unserem Wissen niemals explizit einer breiten öffentlichen Bürgerschaft vorgelegt. Welche Unterlagen sollten den Bürgern vorgelegt werden sein? Doch auch nur wieder die zwei künstlerisch wertvollen Strabag Bilder von 2018? Oder etwa die hunderte Seiten aus dem Ratsinformationssystem, die kaum ein Insider sorgfältig genug prüfen kann? Geschweige denn die Mehrheit der Bürger? Wurde ausführlich informiert über die geplante Rodung der drei grünen Parkanlagen? Vermutlich aus „gutem Grund“, denn dies würde einen heftigen Sturm der Entrüstung auslösen. Vergl. „Informieren der Öffentlichkeit“ weiter unten.
    5. Es gibt nur eine einzige Schlussfolgerung: SOFORT die Notbremse ziehen, bevor es die Gerichte tun!
    6. Wir vermuten, dass die Entscheidung zur Erteilung des städtebaulichen Vertrages aufgrund unvollständiger bis falscher Informationen erfolgte und daher rechtlich zweifelhaft ist. Dies könnte einen Rechtstreit mit weitreichenden Folgen auslösen. Außer den beiden Werbebildchen vom Mai 2018 (Siegerentwurf), die kaum noch etwas mit der aktuellen Planung zu tun haben, wurden nach unserem Wissen keine weiteren Illustrationen vorgelegt. Auch konnte uns bisher weder das Baudezernat (trotz wiederholtem Nachfragen), noch keine/ keiner der von uns befragten Gemeinderätinnen/ Gemeinderäte Informationen geben z.B. über Umweltgutachten, Klimagutachten, Verschattungsgutachten und weitere. Entweder es gibt sie nicht, oder sie werden der Öffentlichkeit bewusst vorenthalten. 
    7. Kommunalaufsicht Regierungspräsidium§
      Ein Bauprojekt, das aufgrund einer Entscheidung, die auf unzureichenden bis falschen Informationen entstanden ist, kann und darf nicht hingenommen werden. Es muss mit allen legalen Mitteln verhindert werden. Der Fall wurde daher der Kommunalaufsicht des Regierungspräsidiums Stuttgart übergeben. Diese hat schnell reagiert und die Stadt Leonberg am 22.08. 2023 um Stellungnahme gebeten. 
    8. Mit unserem Anwalt (aus einer der renommiertesten Kanzleien im Großraum Stuttgart) haben wir vereinbart, zunächst das Ergebnis der Kommunalaufsicht abzuwarten und hoffen sehr auf den Sieg der Vernunft.
    9. Normenkontrollverfahren Hoffentlich kommt es hier nicht so weit: Zitat: https://www.juraforum.de
      "In der Praxis spielt die Normenkontrolle vor allem bei der Überprüfung von Bebauungsplänen eine wichtige Rolle. 
      Hierbei können etwaige Verstöße gegen höherrangiges Recht festgestellt und gegebenenfalls für ungültig erklärt werden, um negative Folgen für betroffene Bürgerinnen und Bürger zu vermeiden"
  4. visuellen Darstellungen
    1. Es wäre sehr interessant zu erfahren, ob sich die Entscheidungsträger auch dann für das Projekt entschieden hätte, wenn ihnen die tatsächlichen Visualisierungen vorgelegt worden wären.
    vergleich_1
    2. Beispiel: diese beiden Bilder sollten eigentlich etwa gleich sein
    1. Jedes Architekturbüro legt Visualisierungen seinem Kunden noch vor Vertragsabschluss zur Ansicht vor.  3D-Darstellungen, seien es Standbilder oder Videos, sind heute eine Selbstverständlichkeit und mit wenigen Mausklicks aus CAD-Programmen zu generieren. Mit Sicherheit hat der Investor für sich diese Darstellungen in großer Anzahl vorliegen. Warum veröffentlichte er sie nicht? Absicht, weil er die Reaktion schon ahnt? Es ist bedauerlich, dass diese Darstellungen erst von privater Seite durch monatelange Arbeit erstellt werden mussten. Wir bieten jedem Interessierten unsere Quelldateien zur millimetergenauen Nachprüfung an. So kann am einfachsten die Authentizität überprüft werden.
    2. Wir bitten den Investor, der Stadt Leonberg seine eigenen, umfangreichen 3D Visualisierungen zur Verfügung zu stellen. Wenn nichts wieder beschönigt oder „künstlerisch aufgearbeitet“ wird, werden diese Darstellungen exakt den unseren entsprechen. Mathematik lässt sich nicht manipulieren. Diese sollten auch der Öffentlichkeit zur Diskussion vorgelegt werden.
    3. Frage 
      • Ist es richtig, dass zur Entscheidung des Projektes als einzige Visualisierungen nur diese zwei o.g. Werbebildchen von 2018 vorlagen? 
      • Dto. keine Gutachten wie z. B. Feinstaub, Mikroklima, Umwelt?
      • Falls es doch weitere (virtuelle) Darstellungen gibt, wo kann die Öffentlichkeit diese einsehen?
      • Wurden auch der IBA nur diese zwei o.g. geschönten Bildchen eingereicht?
  5. Informieren der Öffentlichkeit
    1. Wir konnten bisher keine offiziellen Informationen in den Medien finden, die versuchen, den aktuellen Planungsstand und die zu erwartenden Auswirkungen auch nur annähernd realitätsnah darzustellen. Die bisher letzte Darstellung zeigt das Foto eines dürftigen Modells, das anscheinend aus Steckschaum für Blumenarrangements geschnitzt wurde. 
    2. Die Beschreibung im Amtsblatt vom 9. August 2023 halten wir für zu sehr rosa gefärbt und eine Irreführung der Öffentlichkeit:
    3. Beispiel:
      Auf der Webseite der Stadt Leonberg wird lobend betont, dass das ganze Post Areal autofrei sei. Welch ein Hohn, angesichts der Enge von teilweise kaum 10 m, zu unterstellen, dass hier eventuell Autoverkehr möglich sein könnte!
    4. Das gleiche gilt für diesen Satz: „ein großzügig gestalteter, zentraler Platzbereich vorgesehen, um den offenen Charakter des gesamten Quartiers zu betonen“ Auch das der pure Hohn! Der Autor dieser Zeilen hat mit Sicherheit nur die o.g. geschönten Strabag Bilder gesehen, die sind wirklich wunderschön und ansprechend.  Insofern kann man ihm keinen Vorwurf machen. 
    1. Beispiel:
      Ist es tatsächlich im Ernst gemeint, dass diese fünf Gebäude (Zitat) „sich in Größe und Form der Umgebung anpassen“?  Ein kurzer Blick auf die Visualisierung zeigt die Absurdität dieser Darstellung.
    2. Beispiel:
      „grüne Inseln“ wo gibt es bei dieser Enge noch Platz?
    3. Beispiel:
      (Zitat) „Das Grünkonzept sieht unter anderem vor, dass einzelne Bestandsbäume erhalten bleiben“ wie schön und nachhaltig klingt das! Wie würde es hingegen klingen, wenn zu lesen wäre: „Mit Ausnahme von zwei Bäumen wird der Kastanienpark, die Fußgängerallee und ein kleines Wäldchen komplett gerodet, etwa 45 große alte Bäume, unzählige kleinere und Buschwerk“
    4. Beispiel
       (Zitat) „... Bäume entlang der Eltinger Straße gepflanzt und weitere Großbäume integriert werden“. Wie würde es klingen, wenn zu lesen wäre „da nahezu das komplette Postareal überbaut wird, können nur kleinere Bäume an den Rändern und innerhalb des Geländes in Pflanztrögen integriert werden, da sich darunter Anlagen befinden, (wie vor dem Rathaus) und es für echte Großbäume daher leider keinen Platz gibt. “ Oder sind mit Großbäumen die im Lageplan eingezeichneten kleinen Bäumchen an den schmalen Rändern gemeint, die in 40 Jahren hoffentlich noch existieren und grösser werden könnten?  (Zum Thema „Schwammstadt“ siehe unten bei Professor Dr. Schmid).
    5. Vorschlag an den Autor der o.g. Beschreibung:  Bitte schauen Sie sich die Realität an und überarbeiten Sie ihre Beschreibung.
    1. Beispiel:
      Wie würde es klingen, wenn z. B. in der örtlichen Zeitung zu lesen wäre: "Eine Ansammlung von Baukörpern dieser Größenordnung wird das Mikroklima voraussichtlich um bis zu x Grad erwärmen, den Feinstaubgehalt um x % und den Schadstoffanteil (z.B. NOx) um x % erhöhen. Dieses sind Erfahrungswerte von ähnlichen Projekten, genauere Werte können noch nicht angegeben werden, da uns Klima / Umweltgutachten nicht vorliegen oder dieses unter Verschluss gehalten werden." 
    2. Diese Beispiele belegen, wie geschönt bzw. falsch, sowohl Gemeinderat als auch die Öffentlichkeit unterrichtet werden. Die Presse sollte bei Bauprojekten dieser Größe nicht nur Sprachrohr von überwiegend Baudezernat und Investor sein, sondern gerade in solchen problematischeren Fällen die restlichen 98 % der Bevölkerung repräsentieren. „Die Achtung vor der Wahrheit, ... und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.“ (Zitat aus Pressekodex,  Ziffer 1)  
    3. Beispiel: Sommergespräch mit OB Cohn: (StZ 09.09.2023 S.17)
      Die Gebäude seien „zu klobig“. Man könne gerade bei Bauprojekten „nicht immer alle zufriedenstellen“. Das klingt etwa so, als wenn ein querulanter Nachbar, deren es ja bekanntlich immer welche gibt, sich wehrt, dass der Garagenanbau auf dem Nachbargrundstück etwas zu groß geplant sei. Ein krasser Gegensatz z.B. zu diesem dringenden Appell  einer betroffenen Anliegerin, fast schon ein verzweifelter Hilferuf.  Mutwillige Zerstörung des einzigen Eigentums, auf das ein halbes Menschenleben lang einbezahlt wurde?
      Es wird mit keinem Wort auf unsere eigentlichen Bedenken eingegangen, die totale Beschattung oder das Entfernen der Parkanlagen mit zig alten Bäumen, massiver Wertverlust angrenzender Wohnungen, und vieles mehr.

      Zudem sei die Bebauung demokratisch entschieden worden: Auch hier kein Wort davon, dass dieser sog. „demokratischen“ Entscheidung unvollständige bis falsche Informationen zugrunde lagen! Klar dass fast alle die schöne heile Welt aus den Bewerbungsbildern realisiert haben möchten! Wir stellen uns nicht dagegen, dass von der Stadtverwaltung deren Sicht dargestellt wird. Auch nicht, dass Wohnraum geschaffen wird (auch in unserem Alternativvorschlag entstehen etwa 50 - 60 Wohnungen) Wir sehen auch, dass sich unsere Stadtverwaltung intensiv um eine optimale Lösung bemüht. 

      Doch wir bemängeln aufs Schärfste die einseitige Darstellung und bewusste Irreführung der Öffentlichkeit


      Jüngstes Beispiel vom 15.11.2023, LKZ. „Postareal ist fast unter Dach und Fach“ auch hier wieder nur Beschönigungen und Jubel. Einziger Hinweis auf das große Paket ungelöster Fragen: „... und die Proteste aus der Nachbarschaft“
    4. Wer oder was steckt da dahinter? Warum berichten die Presse nicht ehrlich auch darüber?  Befürchtet man massive Proteste derer, von denen man vertrauensvoll gewählt wurde?
    5. Wir sprachen inzwischen mit sehr vielen Menschen dieser Stadt, bisher konnten wir niemanden finden, der der angesichts eines derartigen massiven Eingriffs in die Lebensbedingungen in diesem Areal nicht entsetzt ist. 
    6. Bitte verhindern Sie unbedingt, dass es in Leonberg wieder zu einer Situation kommt, ähnlich dem Zuschütten des alten Engelbergtunnels vor vielen Jahren. Leonberg leidet noch heute unter den Folgen. Man kann zu dem Buch „Vetternwirtschaft“ unseres Herrn Oberbürgermeisters stehen wie man will, aber was wir in einer Autorenlesung daraus hörten, lies uns wirklich umdenken.

      Frage
      Warum wird die Öffentlichkeit bisher nur mit unvollständigen, geschönten und falschen Fakten informiert? Ist Geld im Spiel?
  6. Bestandsbäume und Neuanpflanzungen
    1. Die zwei sog. Bestandsbäume sind laut Strabag Lageplan nur etwa 1,30m bzw. 2m vom Baukörper Sockel entfernt. Geht man während der Bauzeit von etwa einem Meter Arbeitsraum aus, so bleiben noch 0,3 m bis 1 m für die Wurzeln übrig.
    2. Auch die im Lageplan eingezeichneten Pflanzinseln werden zwar etwas größeren Bäumen Platz bieten, doch dieser bleibt trotzdem beengt. Wählt man größere Inseln, können zwar größere Bäume gepflanzt werden, doch dafür wird der an sich schon enge Bereich des Innenhofes, bzw. Quartiersplatzes weiter beengt.  Entsprechendes gilt umgekehrt. Im aktuell uns vorliegenden Lageplan ist die Durchgangsbreite für Personen bis auf etwa 3,5m eingeengt. Von einem wirklich großräumigen Platz, wie im oben genannten Bewerbungsbild dargestellt, kann man hier nicht sprechen. Ob so oder so, dieser gut gemeinte Erhalt der Bäume können bei weitem nicht den Verlust des alten Baumbestandes ersetzen. Über die Höhe der Pflanzinseln konnten wir keine Angabe finden.  Bei einem „normalen Boden“ ist eine Durchwurzelung auf 2 m üblich. Wir gehen aber davon, dass bei diesen kleinen Bäumen geringere Höhen der Pflanztröge ausreichen?
    3. Eine überschlagsmäßige Abschätzung ergab, dass die vermutlich geplante Anzahl der Jungbäume bezüglich weitreichender Umwelteigenschaften bestenfalls 1% bis 2% der gerodeten Altbäume kompensieren können.

      Frage Welche Überlegungen bestehen, die restlichen 98% zu kompensieren?  
    4. Vergl. auch Forschungen an der Technischen Universität Dresden  und Leserbrief vom 18.09.2023, Stuttgarter Zeitung, des Baumsachverständigen Ingo Kessler „Der Ersatz der ökologischen Leistung eines großen Altbaumes erfordert bis zu 400 Jungbäume, seine Wichtigkeit als Nährgehölz und Habitat für Tiere noch nicht berücksichtigt“
  7. Fenster, Balkon, Lüftung, bezahlbaren Wohnungen
    1. In den vorliegenden Illustrationen wurde das Thema Balkone, Fenster und Gebläse, Lüftungen nicht beachtet, da es hierfür keine Informationen gibt. In dem bis zu fünfeinhalb Meter aus der Erde herausragenden Sockel sind vermutlich viele Lüftungen zur dahinterliegenden Tiefgarage bzw. dem Supermarkt enthalten, wahrscheinlich viele davon mit Gebläsen. Ein Supermarkt muss gekühlt und eine Tiefgarage entlüftet werden.Sockel
    2. Balkone sind aus den Strabag-Unterlagen nicht zu entnehmen. Hat keiner der 90 - 126 Wohnungen Balkone? Wenn doch, (was wahrscheinlich ist), gehen diese auch auf die Seiten der Nachbarn, sodass deren Grundstücke steil von oben eingesehen werden können? (was wir ebenfalls befürchten).  Oder liegen sie auch zwischen den beiden Gebäudefronten, die an manchen Stellen jetzt schon kaum 10 m Abstand zueinander haben. Der Abstand würde sich nochmals reduzieren, die unteren Wohnungen hätten außer dem Lärm des „pulsierenden Stadtlebens“ (vergl. „Akustik“) auch noch das Manko, über viele Monate im Jahr kaum einen Sonnenstrahl abzubekommen. Ähnlich wie die nördlich angrenzenden Grundstücke. Werden diese dann die sog. „bezahlbaren Wohnungen“? - kein schöner Gedanke! 

  8. Akustik und Wohlfühlfaktor
    1. Wurde von den Planern bedacht, dass bei einem dermaßen engen Schlauch erhebliche akustische Belästigungen zu erwarten sind? Bei einer Schlauchbreite von nur 10 bis 12 m, aber flankierenden Häuserfronten bis zu 21 Meter Höhe, wird der Schall, der durch Passanten, Außengastronomie und offene Fenstern hervortritt, vielfach widerhallen und nicht zur Wohnqualität beitragen. Die Akustik wird bei z.Zt. 90 - 126 Wohnungen auf so engem Raum zum Problem werden. 
    2. Ein Verhältnis (Breite zu Höhe) von unter 53% lässt bedrückende Verhältnisse erahnen. D.h. die Breite des Platzes ist teilweise nur 53% der Höhe des begrenzenden Gebäudes. Nennen wir dieses Verhältnis mal den „Wohlfühlfaktor“. Zum Vergleich: Auf dem o.g. „Wohlfühlbildchen“ von Strabag beträgt der Faktor am Quartiersplatz etwa 200%, ebenso wie auch auf dem Leonberger Markplatz. 
  9. Keinen Euro investieren
    1. Die Akustik betrifft in erster Linie das Areal selbst, doch auch die naheliegenden Nachbarn werden davon kaum verschont bleiben. Alleine das wäre schon einer von vielen Gründen, weshalb man niemandem empfehlen kann, in ein solches Projekt zu investieren. € Nur Wohnungen im oberen Stockwerk werden voraussichtlich recht attraktiv - und teuer sein.  Sie haben ganztägig Sonne, also die Besonnung, die bisher auf diejenigen Nachbarn schien, über die man nun großzügig hinwegblicken kann, und die jetzt im Schatten stehen. Nur ein Schelm denkt, dass auf diese Wohnungen schon längst bestimmte Personen ein Auge geworfen haben.  Es mag sein, dass in Zeiten von hoher Wohnungsknappheit und entsprechend niedrigen Preisen sich eine gewisse Käuferschicht auch für die schlechteren Wohnungen finden wird. Doch was, wenn sich der Wohnungsmarkt entspannt? Räumliche Enge, verminderte Privatsphäre, höhere Konfliktbereitschaft? Das Quartier könnte zu einem sozialen Brennpunkt degradiert werden. Vielleicht hink der Vergleich etwas, doch wir denken dabei an die Entwicklung der Hochhäuser beim Leo Center. Einst so begehrt, versuchen viele, diese Wohnungen möglichst bald wieder abzustoßen. Nachhaltige Investitionen sehen anders aus.   

      Wurde bedacht, wohin sich das Quartier in einigen Jahren oder Jahrzehnten entwickelt?

      sprechblase_kommentare

  10. Dominoeffekt
    1. Erweitert man den zeitlichen Horizont, so erkennt man, dass es noch ein weiteres gravierendes Thema gibt, das bisher kaum betrachtet wurde: Nach der momentanen DominoeffektPlanung wird das nördlich gelegene Nachbargrundstück während etwa 3 bis 4 Monate im Jahr nahezu vollständig, weitere zwei bis drei Monate erheblich verschattet. Vermoderung, Schimmel und die Unmöglichkeit der Installation von Solaranlagen werden folgen und die wirtschaftliche Nutzung des Grundstücks erheblich eingeschränkt. Das Grundstück wird de facto unbrauchbar. Dem Eigentümer, bzw. dessen Erben, wird nichts anderes übrigbleiben, als das Grundstück meistbietend zu verkaufen. Es gab bereits Anfragen. Wer anders, als wieder ein gewinnorientierter Investor, käme als Käufer infrage? Auch dieser wird das Grundstück bis an die Grenze des machbaren ausnutzen (der Schwabe sagt „ausmosten“). In diesen Skizzen  ist ein Baukörper skizziert, der baurechtlich möglich wäre, entweder durch Einbeziehung in den Bebauungsplan, wenigstens jedoch nach §34 BauGB. 

      Ein Problem, das „nur ein paar Anliegern nicht gefällt“, wird sich also aufgrund des Dominoeffektes über Jahrzehnte hinweg fortpflanzen. 

  11. D) Anregungen - Vorschläge


  12. Grüne Lunge
    1. Unter Berücksichtigung der von Jahr zu Jahr ernster werdenden klimatischen Beeinträchtigung, schärfer werdenden (EU-) Vorschriften und den Interessen vom weitaus größten Teil der Bürgerschaft, sehen wir nur eine wirklich sinnvolle Alternative: Leonbergs grüne Lunge. (Finanzierung s.u.). 
    2. DominoeffektUnser Vorschlag beschreibt eine konsequente Weiterführung des benachbarten Stadtgartens, als Übergang zu einem umfangreichen Grünkonzept für Leonbergs Innenstadt. Zu den bestehenden Bäumen kommen weitere Neupflanzung, ein kleiner Teich (Schwammstadt) mit Springbrunnen zur Abkühlung an heißen Tagen, und ein einladendes Café mit Bäcker Filiale und Mittagstisch (u.a. für das Rathauspersonal). Das Wäldchen wird mit Sitzmöglichkeiten in den Außenbereich integriert (anstatt abgeholzt).


      Zitat Leonbergs Webseite: „Der Platz soll durch grüne Inseln mit Sitzmöglichkeiten eine hohe Aufenthaltsqualität erhalten und zum Verweilen einladen. Zudem können Platzbereiche für die Außengastronomie genutzt werden“  Es belegt, dass die Wünsche der Leonberger Stadtverwaltung und die der Bevölkerung praktisch identisch sind. Möge doch bitte die Bürgerschaft gefragt werden, welche der beiden Varianten die angebrachtere ist. . Unser Vorschlag siehe hier.FrageWarum entscheidet ein kleiner erlauchter Kreis darüber, was tausende von Leonberger zu wollen haben? 

  13. Kompromiss
    1. Um nicht nur zu kritisieren, sondern sich auch konstruktiv in das Thema einzubringen, haben wir einige Ideen für  alternative Planungen gesammelt. Unser Herr Oberbürgermeister schien darüber „not amused“ zu sein, Zitat in der PA-Sitzung 16.11.2023: „wo kommen wir hin, wenn jeder Bürger sein eigenes Video einreicht?“ Ich kann ihn sogar verstehen, zieht sich das Projekt doch nun schon seit mindestens 5 Jahren hin. Man möchte endlich zum Abschluss kommen und zugesagte Fördergelder nicht verfallen lassen. 
    2. Der Sinn dieser Webseite war nie, eigene Ideen durchzuboxen. Sie sollen lediglich als Anregung dienen, nochmals intensiv darüber nachzudenken, ob ein solches Projekt, das völlig aus der Zeit gefallen ist, jetzt wirklich und um jeden Preis umgesetzt werden, nur „weil man schon fünf Jahre daran arbeitet“. Wie schon erwähnt, bin ich gerne zu weiterer, konstruktiven Zusammenarbeit bereit.
    3. Oberste Priorität: Erhalt aller Bäume, Raum für weitere ermöglichen und Schaffung eines lebenswerten Quartiers mitten in Leonberg, das das Prädikat „Stadt für morgen“ wirklich verdient. Es entstehen etwas weniger Wohnungen, dafür sind diese nachhaltig und nicht wie in Sardinenbüchsen zusammengepresst. Glaubt Leonberg wirklich, dass es eines seiner attraktivsten Filetstücke opfern muss, um die etwa 700.000 fehlenden Wohnungen in Deutschland um etwa 0,01 % reduzieren? Tun das auch die anderen Städte in Deutschland?
      Wohnblock
    4. Wenn diese Denkweise logisch wäre, warum bauen wir dann nicht z.B. den Stadtpark komplett zu und errichten dort nach dem Vorbild Fellbacher  Schwabenlandtower einen Wohnturm? Oder, wie kürzlich bei einer Bürgerversammlung eine kluge Dame vorschlug, ein ->
  14. Gebäude mit 100 Wohnungen
    1. auf dem Parkplatz des Rathauses? Beispiel hier. Warum eigentlich nicht? Die Infrastruktur wäre vorhanden, kurze Wege zu Bosch, LeoCenter, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Kein  weiterer Supermarkt nötig, Das Leo Center und die großen Supermärkte in der Römerstraße würden den zusätzlichen Kundenverkehr begrüßen. Kein einziger Großbaum müsste fallen. Die etwa 35 vor kurzem erst gepflanzten noch sehr kleinen Bäumchen ((Stammdurchmesser etws 7 cm)) könnten eventuell in den Stadtgarten umgepflanzt werden, um dort die veranschlagten 1,5 Mio. € zu reduzieren. 
    2. Würde man für das Rathaus die gleiche Verschattung akzeptieren, die den Anrainern des Postareals künftig ungefragt und unverschuldet zugemutet werden soll, wären auch noch zusätzliche Stockwerke möglich, mit noch mehr Wohnungen.Wohnblock
    3. Doch mit erheblichen Unterschieden zum Postareal: Die Verschattung käme erst nachmittags + es betrifft keine Wohnungen, sondern nur meist  werktags genutzte Büroräume + die Mitarbeiter des Rathauses würden keinen persönlichen finanziellen Vermögensschaden erleiden +  müssen auch die höheren Heizkosten (infolge der Verschattung) nicht selber bezahlen + man könnte auf solche verkorksten Projekte wie Schützenrain und Postareal verzichten. 
    4. Aber der größte Vorteil: Planung und zu erwartender nachbarschaftlicher Protest wären quasi „in einer Hand“, man könnte die Unterlagen von einem Schreibtisch zum anderen herüberreichen  zwinkern   
  15. Finazierung ohne externen Geldgeber
    1. Wie man hört, beteiligt sich der aktuelle Investor mit sehr hohen Beträgen an der Finanzierung des Stadtgartens und der Brücke. Die Frage sei erlaubt, warum er das tut. Aus purer Freundlichkeit? Warum muss das Projekt mit solchen hohen Beträgen gepusht werden? Honi soit qui mal y pense . Man hört immer wieder die Befürchtung, der Investor könnte abspringen - und diese Gelder würden dann nicht mehr fließen. Wir halten das für unkritisch, denn letzten Endes sind es doch immer wir Leonberger, die die Rechnung bezahlen. Geschenkt wird uns nichts! Lassen wir uns bitte nicht kaufen!
      Wie erwähnt, wird der aufsummierte Wertverlust der Nachbarwohnungen auf Beträge im Millionenbereich geschätzt. Diese Millionen fließen selbstverständlich nicht ins Leere, sondern landen beim Investor durch Wertgewinn. Unsere Entscheidungsträger sollten sich bitte auch darüber Gedanken machen, ob es gerechtfertigt ist, das Vermögen von Leonberger Privatleuten in dermaßen heftigen Umfang an einen 16 Milliarden Konzern zu verschieben.
    2. Der hier vorgestellte Alternativvorschlag könnte vom einem nachhaltig planenden, örtliches privaten oder kommunalen Wohnbauunternehmen ausgeführt werden, das nicht mit geschönten Bildern und hohen finanziellen Zuwendungen die Auftragsvergabe„ unterstützen“ muss. 
    3. Die Finanzierung von Alternativlösungen ist auch ohne „externe Zuwendungen“ realisierbar, da sich das Grundstück im Eigentum der Stadt befindet. Ein Teilverkauf von Flächen würde Beträge in Millionenhöhe in die Stadtkasse spülen würde. 

    4. Überschlägige Abschätzungen des Projektes Rathaus Parkplatz ergeben sogar einen Überschuss im hohen Millionenbereich. Wer sich besser auskennt, möge bitte anliegendes Excelblatt prüfen und Rückmeldung geben. Voraussichtlich wäre nur ein Teil dieser Einnahmen für die Fußgängerbrücke und gartenbautechnische Maßnahmen nötig. 
  16. Fahrradweg und Prinzip BrückenschlagBrücke
    1. Das Prinzip Brückenschlag wurde übernommen, aber nicht auf halber Strecke unterbrochen, sondern konsequent weiterentwickelt. Daher ist nun auch eine Brücke über die Lindenstraße angedacht, um den Bereich der Nordstadt für Fußgänger (Schüler) und Radfahrer durchgehend an die Südstadt und das Schulzentrum und anzubinden. Wir halten das für die  bessere Lösung, als den Fahrradweg außen herumzuführen und in die Eltinger Straße einzuleiten, um letzten Endes dann doch wieder eine verkehrsreiche Straße überqueren zu müssen.
  17. Grünflächen, Wasserspiele, Kinderspielplatz,
    1. Arztpraxen, Kita, Bäckerfiliale. Hierfür gibt es jetzt genügend Raum, auch für eine große Tiefgarage.
  18. SupermarktBrücke
    1. bis zu ca. 820 m² auf 2 bis 3 Ebenen, (evtl. noch erweiterbar) + TG, ist jetzt weiter nach Norden gerückt, er kann dort das Postareal noch gut versorgen, liegt aber näher an Altstadt, Seestraße, Engelberg und Haldengebiet. Bereiche, die seit langem unterversorgt sind. Da das Leo Center mit seinem Vollsortimenter nur 550 m südlich des Postareals liegt, ist der Verzicht auf einen weiteren Vollsortimenter zu verschmerzen. Zudem untergräbt er nicht noch mehr die Attraktivität des Leo Centers, sondern hebt stattdessen die Attraktivität der „Faszination Altstadt“ hervor.
  19. Als Besonderheit ein Waldcafé,waldcafe
    1. das nach einem Bummel durch den Stadtpark zum Verweilen unter alten schattenspendenden Bäumen einlädt. Zudem unterstreicht es auf attraktive Weise die Idee des Brückenschlags zwischen Nord- und Südstadt. (Zum Vergleich die aktuelle Planung: zuerst trifft man auf eine ca. 5,5 m hohe Mauer, hat man diese über eine Treppe erklommen, sitzt man zwischen engen, die Hitze abstrahlenden Häuserfronten).
  20. Viele aktuellen Probleme
    1. wären auf einen Schlag gelöst. Neben den oben genannten z. B. auch Themen wie die Anlieferung zum Supermarkt, bis hin zu lang andauernden Rechtsstreitigkeiten mit Anliegern. Denn das Gebäude an der Eltinger Straße ist bei weitem nicht das einzige betroffene. In den Häusern am Eltinger Fußweg (Bahnhofstr. 11) gibt es 24 Wohnungen, die zum Teil noch viel schlimmer betroffen sind. (Momentan formiert sich der Widerstand, die Gespräche mit den Anwälten laufen bereits)
  21. Pilotprojekt
    1. Zu prüfen wäre weiterhin, ob hier ein sog. „Saisonspeicher“ realisiert werden könnte. Eine bestechende Sache, die sich im Grunde Millionen von Haushalten schon immer wünschen: Die im Sommer im Überfluss vorhandene Wärmeenergie wird über Solarthermie Kollektoren auf den Dächern gesammelt und in einem sehr großen Wasserbehälter nahezu verlustfrei bis in den Winter gespeichert. Dies ermöglicht für die teilnehmenden Gebäude, je nach Konfiguration, eine nahezu kostenlose Versorgung mit Wärmeenergie während des ganzen Jahres. Die Stadt Hechingen hat ein solches begonnen, der SWR berichtet darüber. Dänemark ist da schon weiter, dort gibt es verschiedene Ansätze zur saisonalen Energiespeicherung. Für Leonberg wurden weitergehende Berechnungen erstellt und die Möglichkeit rechnerisch prinzipiell bestätigt. Bei diesem Vorschlag sind alle Dächer nach Süden aus gerichtete, jeweils mit Solarthermie und Photovoltaik. Für ein derartiges Projekt gäbe es evtl. Fördergelder. Das aktuelle Thema „Nahwärmeversorgung/ Fernwärmeversorgung“, mit dem sich jetzt auch Leonberg befassen muss, fände durch ein solches Projekt eine interessante Ergänzung. In den Gesprächen mit einem Institut der Steinbeiß-Stiftung, das auf diesem Gebiet führend arbeitet, gingen die Vorschläge sogar weiter: Ein noch größeres Gebiet zu erfassen, mit einem noch größeren Speicher. Je nach Radius könnte dieser Speicher eventuell auch im nahen Stadtpark unterirdisch platziert werden. Doch dieses Thema überschreitet diesen Rahmen.
    2. Neu zu errichtenden Wohnungen müssen zu 65% regenerativ beheizt werden. Das kann nur gelingen, wenn diese in dicke Hartschaumpaketen eingepackt werden, mit all den Nachteilen für das Raumklima, bis hin zu Schimmelbildung. Die erzeugenden Wärmepumpen benötigen Strom, der nicht in beliebiger Menge als Solarstrom verfügbar ist. Anders beim Saisonspeicher. Hier ist die Wärmeenergie im Sommer tatsächlich im Überfluss vorhanden, mehr, als im Winter zum Heizen verbraucht wird. Die damit versorgten Gebäude müssen zwar auch gedämmt werden, aber nicht mit derart überdimensionierten Paketen, Gegenstromlüftung anstatt Fenster zu öffnen, und vieles mehr. Bei vernünftiger Planung würden monolithische Wandaufbauten ausreichen, z.B. Ziegel, mit den baubiologischen Vorteilen eines ausgeglichenen Wohnklimas. Aufsatz von Professor Werner Sobek,  Stuttgarter Zeitung vom 7./8. Oktober 2023, S32, sinngemäß: " ...viel sinnvoller, die Wärme in z.B. großen Wassertanks im Erdboden zu speichern"
  22. IBA '27
    1. Das Postareal wurde August 2023 mit aufgenommen. Wir begrüßen. Mit Hilfe von modernen Sichtweisen und Berechnungsmethoden wurde nun der Stellplatzschlüssel gesenkt. Nutzung und Eigentum soll getrennt werden, voraussichtlich ist nicht mehr jeder Wohnung ein Stellplatz fest zugeschrieben.


      E)Kommentare




      sprechblase_kommentare

      Schreiben Sie, wie Sie über das hier vorgestellte Projekt denken, und lassen Sie sich von den amtlichen Publikationen und der örtlichen Presse nicht blenden. 
    2. Den ersten Kommentar bekamen wir schon vor langem von einem international bekannten Architekten, einer Koryphäe auf dem Gebiet der Landschaftsplanung, 10 Jahre lang Wissenschaftlicher Direktor bei der IBA
  23. Prof. Dipl.-Ing. (FH) Arno Sighart Schmid
    1. Zitate aus seinen Schreiben an uns:
      1. Vom 24.04.2019: offener Brief an die Stadt Leonberg (unbedingt lesenswert) mit einer dringenden Warnung, die an Deutlichkeit nicht zu übertreffen ist.
      2. Vom 27.05.2021: Die Fehlentwicklung begann schon mit dem Wettbewerb: wir Architekten plädieren nicht umsonst für den reinen Planungswettbewerb, bei dem es nur um die Planungsidee und die Qualität des Entwurfsergebnisses geht. Beim Investorenwettbewerb schwingen immer die monetären Überlegungen mit, auch wenn immer erklärt wird, diese stünden nicht im Vordergrund. Dazu kommt, dass der Auftraggeber, hier also die Öffentliche Hand, die Stadt, einen Teil ihrer Planungshoheit aus der Hand gibt.
        Ein zweiter, gravierender Fehler war, dass die Stadt die Vorbereitung des Wettbewerbs nicht sorgfältig genug durchgeführt hat. Ich selbst habe über 60-mal an Wettbewerb-Jurys teilgenommen, und war dutzende Mal Vorsitzender, unser Büro hat viele Wettbewerbsverfahren betreut und durchgeführt, ich weiß also, wovon ich spreche: in den Wettbewerbsunterlagen hätte der wertvolle Baumbestand auf dem WB-Gelände unbedingt als „erhaltenswert“ oder sogar als „zu erhalten“ markiert werden müssen. Das ist nicht erfolgt, ich habe extra einen befreundeten Landschaftsarchitekten befragt, der an dem Verfahren teilgenommen hat, und der mir bestätigt hat, dass ein solcher Hinweis nicht vorhanden war!
        Jetzt streitet die Stadt mit dem Investor, für den natürlich seine rein wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen.
      3. Vom 20.02.2023: ... war ich von 1989-1999 Wissenschaftlicher Direktor für den Bereich Landschaft bei der „IBA Emscher Park“ im Ruhrgebiet. Daher habe ich eine etwas engere Affinität zu den Internationalen Bauausstellungen. Mein Kollege Prof. Braum hat nun sein Resümee zur letzten IBA Wissenschaftsstadt Heidelberg vorgelegt. Ich fand es recht gut formuliert, und hatte es deshalb vorletzte Woche BM Brenner per E-Mail zur Kenntnisnahme geschickt.
      4. Vom 08.07.2023 „Schwammstadt“ Apropos „Brenners schöne Pflanzkübel“: ein Strauch oder Baum in einem Pflanzkübel „verbraucht“ Wasser, er muss gegossen werden. Ein Baum im offenen Boden braucht u.U. bei Trockenheit auch mal Wasser, aber der offene Boden ermöglicht dem Regenwasser, den Baum zu versorgen, und in den Untergrund einzusickern, um das Grundwasser zu ergänzen. Das Prinzip „Schwammstadt“ reduziert den Oberflächenabfluss (-> Überschwemmung) und hält das wertvolle Nass besser im Kreislauf

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